Der Engpass bleibt

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Auf der Werrabrücke bleibt es eng. Wer hier zu Fuß unterwegs ist, mit dem Rad, dem Kinderwagen oder dem Rollator, muss sehen, wo Platz bleibt. Dass dieser Zustand gefährlich ist, wissen wir seit Jahren. Eine zusätzliche Fuß- und Radwegbrücke könnte Entlastung schaffen. Doch die muss politisch gewollt sein.

Von Fernand Adam

Am 15. September lehnte die Stadtverordnetenversammlung einen Antrag der Linken ab, die Planung einer solchen Brücke in das Investitionsprogramm aufzunehmen. Grüne, Freie Wählergemeinschaft und Linke stimmten dafür, SPD, CDU und FDP geschlossen dagegen.

Dabei ging es zunächst um Mittel für Planung und Untersuchungen. Kosten, Fördermöglichkeiten und Voraussetzungen sollten geklärt werden, bevor ein konkreter Umsetzungsplan vorgelegt wird. Selbst dieser Schritt fand keine Mehrheit. Besonders bitter: Nach Informationen aus der Sitzung ist eine Machbarkeitsstudie für die Fuß- und Radwegbrücke bereits beinahe fertig.

Damit droht ein weiteres Haushaltsjahr verlorenzugehen. Und mit ihm Zeit, die für die weitere Planung gebraucht wird. Je später die Planung vorankommt, desto weiter rückt auch ein möglicher Bau in die Ferne. Derweil bleibt die Werrabrücke, wie sie ist.

Für uns zeigt diese Entscheidung, welche Prioritäten das regierende Bündnis aus SPD, CDU und FDP setzt. Die Verbreiterung der Bundesstraße 451 wird weiter vorbereitet. Für eine eigene sichere Verbindung für Menschen zu Fuß und auf dem Rad gibt es dagegen nicht einmal Geld für den nächsten Planungsschritt. Auf die große neue Straßenbrücke zu verweisen, die in einigen Jahren gebaut werden soll, hilft den Menschen nicht, die heute über die Werra müssen.

Eine sichere Querung ist keine Frage für irgendwann. Wenn selbst die Planung einer möglichen Lösung vertagt wird, obwohl die Probleme bekannt sind und eine Machbarkeitsstudie offenbar kurz vor dem Abschluss steht, dann geht es nicht mehr um fehlende Erkenntnisse. Es geht um politische Prioritäten. Und die sind bei der Verkehrssicherheit offenbar nicht dort, wo sie sein müssten.

Referenzen:
Sitzungsinformationen vom Bau-, Verkehr-, Umwelt- und Energieausschuss am 1.9.2026
Sitzungsinformationen der Stadtverordnetenversammlung am 15.9.2026