Immer mehr Lastwagen

Ein hauptsächliches Verkehrsproblem in Witzenhausen besteht im stark gestiegenen Lkw-Verkehr von und zur Papierfabrik und Müllverbrennungsanlage im Gelstertal. Bis im Jahr 2001 gab es noch einen Gleisanschluss, aber seitdem werden die Transporte ausschließlich mit dem Lastwagen abgewickelt, und es werden immer mehr Transporte. Zweimal wurde die Kapazität der Papierfabrik erhöht. 2006 stellte der Eigentümer (seinerzeit SCA, ab 2012 DS Smith) die Energieversorgung von Erdgas auf Ersatzbrennstoff (Müll) um und spart dadurch erhebliche Energiekosten. Auch die Kapazität der Müllverbrennungsanlage wurde erhöht, zuletzt 2022. Im Zusammenwirken mit dem Regierungspräsidenten Kassel hat die Stadt hierfür das Verfahren von DS Smith ohne Beteiligung der Öffentlichkeit durchgezogen. Das Regierungspräsidium hat noch mehr Schwerlastverkehr genehmigt und das bis dato bestehende Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen aufgehoben. Das hat dazu geführt, dass es überhaupt keine Ruhezeiten für die Anwohner mehr gibt, der Schwerlastverkehr rollt an sieben Tagen 24 Stunden lang. Mindestens 450 schwere Lkw belasten Witzenhausen und die Ortsteile – insbesondere Wendershausen täglich.

DS Smith sucht nach Möglichkeiten, die auftretenden Logistikprobleme mit einer zweiten Lkw-Zufahrt in den Griff zu bekommen. Die Stadtverordnetenversammlung Witzenhausen hat hierzu auf Antrag des Unternehmens die Änderung des Bebauungsplanes Nr. 11 Gemarkung Witzenhausen „Geistertal im Bereich der B 451“ auf den Weg gebracht. Die Trasse soll durch Naturräume, vorbei an bisher nicht betroffenen Anwohner*innen und auf der ehemaligen Bahntrasse verlaufen. Wir halten die Planungen für rechtswidrig, weil dafür auch ein Teil der stillgelegten Bahntrasse, die nicht entwidmet ist, überbaut werden soll. Der BUND hat versucht, gegen das Vorhaben zu intervenieren, die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragte im Parlament, die Planungen sofort einzustellen, scheiterte Ende 2022 aber an der Mehrheit von SPD und CDU.