Comeback der Gelstertal-Bahn?

Die Gelstertalbahn wurde 2001 stillgelegt. Entwidmet ist sie nicht.

22 Jahre liegt die Gelstertalbahn von Neu-Eichenberg nach Witzenhausen bereits im Dornröschenschlaf, und noch ist nicht absehbar, wann sie reaktiviert wird. Nachdem der BUND gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Infraconsult am 28. Juni 2022 im Stadtentwicklungsausschuss Witzenhausen die Möglichkeiten einer Wiederinbetriebnahme präsentierte, hat die Stadtverordnetenversammlung am 12. Juli 2022 die Aktualisierung eines Gutachtens aus dem Jahr 2005 in Auftrag geben. Damit soll ausgelotet werden, was eine Reaktivierung der Trasse für den Güterverkehr zum Industriegebiet im Gelstertal kosten würde. Damit könnte zumindest ein Teil des anfallenden Lkw-Verkehrs auf die Schiene verlagert werden. Passiert ist seitdem jedoch nichts, im Gegenteil: Die Bauverwaltung behauptet, die Reaktivierung der Bahnstrecke ergäbe keinen Sinn, weil die Kosten zu hoch seien; sie spricht pauschal von 30 Millionen Euro, der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung, Peter Schill (SPD) nannte sogar die Summe von 50 Millionen Euro, ohne allerdings aktuelle Zahlen ermittelt zu haben.Im Stadtentwicklungsausschuss am 29. November 2022 wurde die Bauverwaltung zum Stand der Aktualisierung des Gutachtens befragt. Man habe Zahlen von der Deutschen Bahn eingeholt und einige Unternehmen angefragt (aber nicht lnfraconsult); man plane ein lnteressenbekundungsverfahren und ein zweistufiges Vergabeverfahren. Es sieht also ganz danach aus, als sollte die Aktualisierung des Gutachtens auf die lange Bank geschoben werden und so teuer gemacht werden, dass am Ende aus haushälterischen Gründen der Beschluss kassiert werden könnte.Der Güterverkehr auf der Gelstertalbahn wurde 2001 eingestellt. Die Firmen DS Smith und Essity wickeln ihre Logistik komplett auf der Straße ab, was erhebliche Teile der Bevölkerung in Witzenhausen, Ermschwerd und Wendershausen belastet. Beide Firmen behaupten, es sei nicht wirtschaftlich, den Lieferverkehr wieder auf die Schiene zu verlagern, was wir allerdings bezweifeln.

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